• Datum: 16.07. 2019, 02:18 Uhr (Europe/Berlin)

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  • Feuerwehr- und Sicherheits-Lexikon für unsere Nachbarn

    A

    Alarmierung

    Trotz modernster Technologie bleibt Ihnen die Sirene auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses nicht erspart.
    „Die ist doch ein Relikt aus vergangenen Zeiten!“
    Ja, ist sie. Genau das macht sie unanfälliger gegen viele Störfaktoren. 
    Sie dient zum einen auch der Alarmierung der Feuerwehrkräfte.
    Aber sie hat auch die Funktion, die Bevölkerung zu warnen. Nicht alles, was Ihnen gefährlich werden kann, kündigt sich mit einem lauten Knall an, das es alle mitbekommen. Strahlung und Atemgifte, welche Sie gefährden können, sehen, hören und sehr viele riechen Sie auch nicht. Vor ihnen warnt Sie unsere Sirene, sie ist die Aufforderung Radio (bitte lokalen Sender) und / oder Fernseher einzuschalten.
    Für die Sirenen sind die Störfaktoren minimiert. Sie können zusätzlich per Hand von einem Feuerwehrangehörigen ausgelöst werden.
    Beim Melder oder auch Piepser (ob analog oder digital) und Handys müssen die Akkus genug Strom und Funkempfang haben.
    Bei einer Alarmierungs-App für Handys, wie sie in Bad Camberg zusätzlich eingeführt wurde, kann ein aktives Telefongespräch die Alarmierung verzögern.

     

    Atemschutzgeräte

    Der einzige zuverlässige Schutz um bestimmte Arbeiten gesund und lebend ausführen zu können, ist die Wahl des richtigen Atemschutzgerätes. Im Arbeitsschutz werden viele verschiedene Systeme angeboten. Die meisten sind jedoch abhängig von der Umgebungsluft oder versorgen den Träger über einen langen Schlauch mit Atemluft.
    Für Feuerwehren ist es hier die beste Wahl, sich ihre Luft in Flaschen auf dem Rücken mitzunehmen.
    Doch auch dieser Vorrat ist nicht unbegrenzt.

    P1 x V1 = P2 x V2 ist die Formel zur Berechnung der Volumen bei nicht flüssigen Gasen.
    P steht für den Druck und V für das Volumen.
    Eine Flasche mit Atemluft wird mit 300 bar gefüllt. Laienhaft erklärt und zum einfachen nachrechnen nehmen wir eine Flasche mit 10 Liter Inhalt. Das heißt, es werden noch 300 mal 10 Liter in diese Flasche „gequetscht“.
    Damit ergibt sich 300 bar (P1) x 10 Liter (V1) = 1 bar (P2) x 3000 Liter (V2) wenn die Flasche verbraucht wurde.
    Bei etwa 4 Liter Lungenvolumen bleiben unserem Feuerwehrmann 750 Atemzüge und seine Luft ist verbraucht.
    10 bis 20 Atemzüge machen Sie unter normalen Umständen etwa pro Minute.
    Ginge unser Feuerwehrmann nur einen gemütlichen Spaziergang machen, könnte er etwa 35 Minuten mit seiner Flasche unterwegs sein.
    Da aber die Flasche alleine schon den „gemütlichen Spaziergang“ erschwert und er weitere Geräte und Schläuche mitnimmt, ist er einer höheren Belastung ausgesetzt. Sprich er atmet auch schneller und sein Luftvorrat ist schneller verbraucht. Er muss seinen Einsatz abbrechen.

    Warum wir das so ausführlich erklären? 
    Für die unwissenden Klugscheißer! Ein Feuerwehrmann oder -frau riskiert schon alleine mit dem Betreten eines brennenden Gebäudes sein Leben. Sie betreten es hauptsächlich zur Menschenrettung. Kommen sie heraus, ohne jemand gerettet zu haben, war hoffentlich niemand mehr im Gebäude. Oder für die Feuerwehrleute wurde die Lebensgefahr zu groß. Sei es durch leere Atemluftflaschen oder im Gebäude drohen unkontrollierbare Gefahren wie z.B. einstürzen, herabstürzen oder durchbrechen von Gebäudeteilen.
    Ein toter Feuerwehrmann kann keinen anderen Menschen mehr retten!

     

    B

    BMA

    Diese Abkürzung finden Sie besonders oft in unseren Einsatzbeschreibungen.
    Sie steht für Brand-Melde-Anlage
    Eine automatische Anlage. Verschiedene „Auslöser“ melden dabei einen Alarm an die Zentrale Steuereinheit. Diese wiederum meldet automatisch einen Alarm an die Leitstelle.
    Als Auslöser sind z.B. sogenannte Feuermelder, Rauchmelder (ACHTUNG! Die Rauchmelder in Ihrer Wohnung sind mit hoher Sicherheit NICHT mit der Möglichkeit versehen, die Feuerwehr zu alarmieren. Dies müssen Sie selbst tun), Sprinkleranlagen aber auch besondere Sensoren für sonstige Gefahren.
    Dieses Liste von Möglichkeiten würde den Rahmen unserer Webseite sprengen.

     

    C

    CO-Warner

    CO steht Kohlenmonoxid. Ein farb- und geruchloses Gas. Ein wenig davon ist immer in unserer Atemluft vorhanden.
    Zuviel davon führt zur Bewusstlosigkeit und zum Tod.
    Fast jede Verbrennung erzeugt Kohlenmonoxid.
    Je größer und länger diese Verbrennung ist, umso mehr Kohlenmonoxid wird erzeugt.
    Schwere und tödliche Unfälle entstanden durch Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit.
    Bitte beachten Sie bei jedem Betrieb von mobilen Verbrennungseinrichtungen in geschlossenen Räumen die entsprechenden Sicherheitshinweis auf den Geräten.
    Dazu zählen Gas- oder Kohle-Grills, mit Gas oder flüssigen Brennstoffen betriebene Heizgeräte und vieles mehr.
    Ihre Heizung oder Kamin werden auch deswegen regelmäßig vom Schornsteinfeger überprüft.
    Verschließen oder verstopfen Sie NICHT die in Heizungsräumen eingebauten Zwangsbelüftungen. Auch wenn es dort kalt rein zieht.
    Bei Wohnwagen oder Wohnmobilen gilt dies für die entsprechenden Öffnungen von außen zur Heizung, Warmwasseraufbereitung oder gasbetriebenem Kühlschrank. 
    Das Prinzip ist recht einfach erklärt: Das Kohlenmonoxid entsteht bei der Verbrennung und ist dementsprechend wärmer.
    Wärme steigt nach oben. Im Haus durch den Kamin oder Schornstein aus dem Haus heraus.
    Dazu muss aber genügend und vor allem gleichmäßig und dauernd frische Luft in den Raum mit dem Heizgerät einströmen können.
    Kann keine frische Luft einströmen, steigt das warme Kohlenmonoxid zwar auch zunächst nach oben. Aber es sammelt sich und füllt früher oder später den ganzen Raum.
    Im kleinen Maßstab wird es oft Kindern mit einem Teelicht und einem Glas demonstriert. 
    Teelicht anzünden, Glas umgedreht darüber gestülpt – Flamme geht wegen Sauerstoffmangel aus. Flammen brauchen jedoch weniger Sauerstoff als wir Menschen. Folglich geht auch der Mensch „aus“ und in den Nachrichten kommt wieder die Meldung „…Tot(e) durch …“

    CO-Warner registrieren den Anstieg von Kohlenmonoxid in Räumen und lösen – wie Rauchmelder – einen Alarm aus, bevor der CO-Gehalt im Raum kritisch wird.
    Sie können sich hoffentlich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

    Auf der Internetseite www.co-macht-ko.de  oder auf Facebook unter „CO-macht-KO“ finden Sie weitere Information.

     

    F

    Feuermelder

    Damit ist meistens der fachlich als Druckknopfmelder bezeichnete Knopf hinter einer Glasscheibe gemeint.
    In öffentlichen Gebäuden sind davon manchmal auch zwei Varianten zu finden. Einer löst die Alarmierung der Feuerwehr aus, der zweite – oft als Hausalarm bezeichnet – löst im Gebäude einen Warnton aus. Dadurch sollen die Angestellten und Besucher das Gebäude umgehend verlassen.

     

    G

    Gasmasken

    sind Umluftabhängige Atemschutzgeräte. Sie Filtern jedoch nur – und das auch noch begrenzt – Schadstoffe aus der Atemluft.
    Feuerwehrleute tragen nicht zum Spass 30 kg schwere Stahlflaschen (Atemschutzgeräte) auf dem Rücken, wenn sie in ein brennendes Gebäude gehen.
    Wo kein Sauerstoff mehr vorhanden ist, kann Ihnen eine Gasmaske auch keinen Sauerstoff mehr liefern.
    Sie dient also maximal, wie die Fluchtrettungshauben, dazu auf dem direkten Weg nach draußen Sie vor den schädlichen Gasen eines Brandes zu schützen.  

     

    N

    Notruf

    3 einfache Zahlen in ein Telefon getippt und angewählt…
    112 für Feuerwehr und Rettungsdienst und 110 für die Polizei und Ihnen wird geholfen.

    Das wichtigste sind die 5 W’s.
    Versuchen Sie so ruhig wie möglich zu bleiben und vor allem geben Sie dem Mitarbeiter der Leitstelle die Möglichkeit nach zu fragen, wenn etwas unklar ist. 
    Die Mitarbeiter der Rettungsleitstellen sind durch Ausbildungen der Feuerwehr und Rettungsdienst sehr gut in der Lage, Ihren Notfall richtig einzuschätzen und Ihnen die richtige Hilfe zu schicken. Doch dazu müssen die Mitarbeiter wissen:

    WO ist es passiert?
    WAS ist passiert?
    WER ruft an?
    WIE VIELE Verletzte?
    WARTEN auf Rückfragen

    Für Außenstehende immer wieder lustige Episoden, doch im Ernstfall nicht sehr hilfreich:
    „Hier brennt es!“, Nachfrage der Leitstelle „Wo?“, Antwort „Na hier!“ und der Anrufer legt auf.
    Das bringt den Leitstellen-Mitarbeiter ganz schön in Not. Wenn schickt er wohin?

    „Ich brauche einen Arzt!“ – ist eine klare und doch sehr unklare Anforderung.
    Notärzte sind keine Götter in weiß. Sie können Ihr Leben retten. Doch sie kommen nicht mit einem kompletten Krankenhaus im Rucksack. In einigen Fällen ist ein schneller Transport in eine Klinik deshalb für den Patienten besser als auf den nächsten Notarzt zu warten.

    Also bitte – wahre und detaillierte Angaben zum Vorfall machen. Dann bekommen Sie schnellstens die richtige Hilfe.

    Jede falsche oder fehlerhafte Alarmierung von Rettungskräften kann sehr schlimme Folgen für Sie andere in Not geratene Menschen haben.

     

    Notruf-Fax

    Für Menschen mit Sprach- und Hör-Störungen  oder sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen, die ein Telefonieren nicht gestatten gibt es ein Notfall-Fax. Für den Landkreis-Limburg-Weilburg steht es Ihnen hier oder auf der Internetseite des Landkreises Limburg-Weilburg zur Verfügung.
    Es empfiehlt sich es vorab herunter zu laden, auszudrucken und mit den Stammdaten zu versehen. Den aktuellen Notfall noch eintragen und abschicken. Die Rettungsleitstelle antwortet dann ebenfalls per Fax.

     

    Notruf mit dem Handy

    Technisch sollte ein Notruf auch immer mit einem Handy funktionieren – sofern der Akku reicht. Das gilt auch bei
    Prepaid-Handys ohne Guthaben.
    Handy ohne Sim-Karte, gesperrter Sim-Karte.
    Ist das Handy gesperrt durch Passwort oder Fingerabdruck gibt es die Funktion „Notfall“, „Notruf“ oder mit ähnlichem Namen.
    Schlechtes bis gar kein Mobilfunknetz bei Ihrem Anbieter – für einen Notruf sollte sich Ihr Handy automatisch in ein besseres Netz / Anbieter einwählen. – So jedenfalls die offiziellen Anforderungen.

     

    R

    Rauchmelder

    Rauchmelder überwachen durch einen Lichtsensor die Luft in Räumen. Sie sollen an der Decke angebracht werden. Da der warme bis heiße Brandrauch nach oben steigt, gelangt er dann in den Lichtsensor des Rauchmelders. Dieser erkennt eine „Verschmutzung“ in der Luft und löst Alarm aus.
    „Verschmutzung“ deshalb, weil er auch auf Zigarettenrauch und Staub reagieren kann.
    Nicht reagieren wird er jedoch auf Lichtänderungen in den Räumen.
    WICHTIG: Die handelsüblichen Rauchmelder sind NICHT in der Lage die Feuerwehr zu alarmieren! Dies müssen Sie übernehmen.
    Nur an eine Brandmeldeanlage angeschlossene Rauchmelder können dies. 

     

    S

    Sprinkleranlagen

    Eine automatische Löschanlage. In den meisten Fällen sind es Wasserleitungen mit einem besonderen Verschluss. 
    Ein Metallbügel hält über eine Glaskapsel einen Deckel gegen das sonst offene Wasserrohr gedrückt.
    In dieser Glaskapsel ist eine Flüssigkeit, die sich bei Erwärmung ausdehnt und damit die Kapsel platzen lässt.
    Der Deckel fällt vom Wasserrohr etwas herunter und wirkt wie eine Duschkopf zum Verteilen des ausströmenden Wassers.
    Möglich machen dies ein paar Geheimnisse in der Glasherstellung und der Chemie.
    Glas kann so hergestellt werden, dass es von der einen Seite (bei Sprinklerköpfen von außen) sehr viel Druck aushält, aber von der anderen Seite (Innenseite) sehr schnell zerstört werden kann.
    Zusammen mit einer Flüssigkeit, welche z.B. bei 50 Grad, sich soweit ausdehnt um genügend Druck zu haben die Kapsel zu zerstören, ist eine stromlos arbeitende automatische Löschvorrichtung fertig.
    Abweichend können Sprinkleranlagen auch mit Gas (meistens Kohlendioxid) arbeiten. Besonders wenn das Wasser noch viel mehr Schaden anrichten würde. z.B. in Museen bei antiken Schriftrollen und Büchern.

    FF Würges e.V.